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Stullenbüro

Frisches Brot mit hausgemachten vegetarischen und veganen Brotaufstrichen aus regionalen Produkten

"Ich finde es genau gut so, wie sich alles entwickelt hat"

Stullenbüro

Luisa Dlugay
Görlitzer Straße 37
01099 Dresden

www.stullenbuero.de

www.facebook.com/stullenbuero
l.dlugay@stullenbuero.de

Ein Logo im Retro-Look, ein sperriger deutscher Name und auch in anderen Dingen geht es im Stullenbüro einige angenehme Schritte „back to the roots“. In die Neuzeit transferiert durch die Subline im Logo „feel good fast food“ und der quirligen Luisa, der Inhaberin des Stullenbüros. Stullen als Fast Food: vegetarisch, gesund, mit regionalen Produkten aus biologischem Anbau.

 

Erst Anfang September letzten Jahres eröffnet und direkt Preisträgerin des Gastro-Gründerpreises 2015. Wie wichtig die Teilnahme an diesem Wettbewerb für sie war und ob sie die Euphorie der Anfangsphase ins jetzige Tagesgeschäft rüberretten konnte, verriet mir Gründerin Luisa im Interview.

Was hat dich dazu gebracht, dich selbständig zu machen?

Ich wollte einfach dieses Konzept ausprobieren. Ich wollte wissen, ob es funktioniert. Und ich wollte gerne aktiv, selbstbestimmt und vor allem auch selbstständig arbeiten. Und nun verbinde ich alles miteinander.

 

Was waren die wichtigsten Stationen bisher?

Bisher die wichtigste Stationen waren die Unterschrift auf dem Mietvertrag und auf dem Kreditvertrag und die planmäßige Eröffnung des Stullenbüros

Welche waren die wichtigsten (vielleicht auch schmerzlichsten) Learnings bzw. Stolpersteine?

Man braucht viel Geduld und einen langen Atem bei allem. Ich hatte das große Glück im Grunde keine Stolpersteine auf meinem Weg gehabt zuhaben, sondern eher glückliche Ereignisse, die mich in meinem Unterfangen unterstütz haben, wie z.B. den Gastro-Gründerpreis.

 

Aus welchen Gründen würdest du Gründern raten bei Start-Up-Wettbewerben (wie z.B. dem Gastro-Gründerpreis) mitzumachen?

Mit der wichtigste Punkt dabei, ist die mediale Aufmerksamkeit. Das ist gerade in der Gründungsphase nicht mit Geld aufzuwiegen und soooo wichtig. Ins Gespräch kommen, Interesse wecken. Natürlich ist es auch als Bestätigung der eigenen Idee wichtig.

Was würdest du heute anders machen, wenn du noch mal ganz am Anfang stehen könntest?

Garnichts. Ich find es genau gut so, wie alles sich entwickelt hat und wie es passiert ist.

 

Konntest du den Enthusiasmus der Konzeptphase ins Alltagsgeschäft rüberretten?

Auf jeden Fall. Es ist fast noch spannender, weil es nicht mehr utopisch ist, sondern man es am ,,lebenden Objekt'' testen kann: Was funktioniert, was nicht? Was wollen meine Gäste? Wie kann ich sie aufs neue überraschen? Es macht mehr Spaß nun endlich alles in der Realität auszuprobieren und jeden Tag mit echten Kunden zu tun zu haben.

 

Welchen Tipp möchtest du anderen Start-Ups mit auf den Weg geben?

Durchdenkt eure Idee gründlich. In alle Richtungen. Gibt es einen Bedarf, rechnet es sich irgendwann, wie verkaufen wir uns auch außen hin. Aber das Wichtigste ist – einfach machen! Man muss sich trauen, riskieren, wagen. Und wenn man mit etwas scheitert, geht die Welt davon auch nicht unter

Daten und Fakten:
 

Gesamtinvestition bisher:  20.000 Euro
Kapitalquellen:   Hausbankdarlehen

Größte Kostenblöcke: k.A.
Umsatz:  k.A.
Persönlicher Arbeitseinsatz für Stullenbüro pro Woche: 80 Arbeitsstunden in einer 6 Tage Woche

 

Ralf Klümper, 15.02.2016

Woop Woop IceCream

Eiscreme mit Stickstoff just in time hergestellt

"Mit großem Spektakel das beste Eis der Welt herstellen"

Woop Woop IceCream

Boris König und Philipp Niegisch GbR
Lausitzer Platz 2
10997 Berlin

www.woopwoopicecream.de

www.facebook.com/woopwoopicecream
info@woopwoopicecream.de

Die traditionelle Speiseeisherstellung zu revolutionieren – nicht mehr und nicht weniger ist der Anspruch von Physiker Boris König (rechts) und Betriebswirt Philipp Niegisch (links). „Mit der Einspritzung von Minus 196 Grad kaltem Stickstoff können wir alles schockgefrieren – frische Früchte, aber auch Brownies oder Cheesecake.“ So „zaubern“ die beiden vor den Augen ihrer Gäste innerhalb weniger Sekunden die frischesten Eiskreationen.

 

Seit 2011 feilen sie an Idee, Konzept, Technologie und Produkt und sind seit Mai 2014 mit Woop Woop IceCream und ihrem Woop Woop Foodtruck in Berlin unterwegs.

 

Medial konnte man sich Ihnen 2015 kaum entziehen. Legendär ihr Auftritt im Mai 2015 bei „TV total“, wo sie auf Wunsch von Stefan Raab Mettbrötcheneis herstellten. Aber auch in „Galileo“ und in „Die Höhle der Löwen“ waren sie zu sehen. Das Angebot der „Löwen“ haben sie zwar nicht angenommen, aber das hat ihrem Erfolg nicht geschadet. Im Gegenteil: Ende September 2015 gewannen die beiden den Gastro-Gründerpreis. Und im März treten sie beim Finale des Start Up Wettbewerbs auf der Gastro-Messe Internorga in Hamburg gegen fünf Mitbewerber an.

 

Einen Einblick in ihre Anfangsphase mit ihren Höhen und Tiefen gaben sie mir im Interview.

Was waren die wichtigsten Stationen bisher?


Kennengelernt haben wir uns in einer Entrepreneurship-Vorlesung der FU Berlin. Die ersten technischen Versuche fanden im Physik-Labor der TU Berlin statt und der erste Markt-Versuch auf einem Berliner Wochenmarkt.

 

Die Umsetzung im Foodtruck erlaubte eine erste Professionalisierung von Konzept und Technik und vor allem das ausgiebige Testen an verschiedenen Standorten bei verschiedenen Zielgruppen.

 

Hierdurch konnten wir viele wertvolle Erfahrungen sammeln und das Konzept entsprechend anpassen und vor allem den nächsten Schritt definieren: ein erster eigener stationärer Woop Woop Store. 

 

Wichtige Stationen für die Bekanntmachung unseres Konzeptes waren sicherlich auch unsere Fernsehauftritte. Konstruktive Kritik und fachliche Bestätigung erhielten wir durch die Auszeichnung mit dem Gastro-Gründerpreis 2015.

Welche waren die wichtigsten (vielleicht auch schmerzlichsten) Learnings bzw. Stolpersteine?

Es dauert alles doppelt so lange und kostet doppelt so viel wie vorerst angenommen. Gut Ding will Weile haben. Die Notwendigkeit einen langen Atem zu haben, um erfolgreich zu sein. All diese „Business-Weisheiten“ haben wir am eigenen Leib erfahren und mussten unsere Ansprüche bezüglich der Geschwindigkeit anpassen.

 

In dieser medial omnipräsenten Start-Up Welt wird diesbezüglich eher ein verzerrtes Gefühl vermittelt. Nur zwei Beispiele aus der Gastronomie, die verdeutlichen sollen, dass ein langer Weg zum Erfolg bevor steht: Starbucks hat in Seattle 20 Jahre ein Café geführt, bevor ein 2. Laden eröffnet. Subway hat 7 Jahre den ersten Store betrieben, bevor es mit Franchise-Partnern expandierte.

 

Wann wird es einen festen Standort für ein Eiscafé geben? Was sind hierbei die größten Probleme?

Wir arbeiten unter vollem Eifer daran, dass wir das noch im Frühjahr 2016 realisieren. Nicht nur, dass die Standortsuche und die Finanzierung große Herausforderungen sind, sie hängen meist voneinander ab. Der Vermieter will die Finanzierung gesichert sehen und der Kapitalgeber (Bank, Business Angel) will am liebsten schon einen unterschriebenen Mietvertrag vor sich haben.

 

Zusätzlich macht eine Ladeneröffnung aufgrund der Saisonabhängigkeit im Eisverkauf nur im Frühjahr Sinn, weil man sonst zu viel schöne Tage verpasst, an denen man eben seinen Umsatz machen muss.

Was würdet ihr heute anders machen, wenn ihr noch mal am Anfang stehen könntet?

Es wäre natürlich schön gewesen von Anfang an mit mehr Know-How, einem größeren Netzwerk und mehr Kapital gestartet zu sein, um bestimmte Dinge schneller zu realisieren.

 

Grundsätzlich sind wir aber mit unserer „Boot-Strap“ Variante (Anmerkung der Redaktion: einfache Wege suchen und finden, um schnell anzufangen) sehr zufrieden, da wir nun an einem Punkt stehen, an dem wir richtig loslegen können und auf die Erfolge, Erfahrungen und Kontakte zurückgreifen können, die wir uns in den letzten zwei Jahren hart und ehrlich erarbeitet haben.
 

Welchen Tipp möchtet ihr anderen Start-Ups mit auf den Weg geben?

Die Idee schnell mit Experten challengen und kein Geheimnis daraus machen. Aus Leidenschaft zu Produkt und Branche und nicht aus romantisierten „Start-Up“ Fantasien zu gründen. Sich schnell auf den Markt trauen, um Produkt und Konzept zu testen. Hierfür eignen sich in der Gastronomie-Branche Wochenmärkte, Streetfood-Märkte und all die Online-Plattformen, die rund ums Thema Food entstanden sind.

 

Hier sei vielleicht eine Analogie aus der Start-Up Welt erlaubt: Rapid Prototyping, raus zum Kunden und das Konzept bloß nicht nur in der Küche und am Schreibtisch entwerfen.
 

Daten und Fakten:
 

Gesamtinvestition bisher:  50T€
Kapitalquellen:   Eigenkapital der Gründer

Größte Kostenblöcke:  Foodtruck und Stickstofftechnik:
Umsatz:  k.A.
Persönlicher Arbeitseinsatz für Woop Woop IceCream pro Woche: Doppel Vollzeit

 

Ralf Klümper, 08.02.2016

Die Insel

Maritimes Ganztagsrestaurant; ein kleiner Urlaub zwischendurch

Die Konzeptphase: Keinem Trend hinterher laufen  (Teil 2)

Die Insel

Rüttenscheider Straße 59
45130 Essen

www.insel-bistro.de

www.facebook.com/inselgruppe

info@insel-bistro.de

Schon rund drei Jahre bevor wir ("wir" das sind Christiane Elger, ebenfalls Geschäftsführerin von "Die Insel" und ich) das erste Gespräch mit der Bank hatten, begannen wir mit den ersten grundsätzlichen Überlegugen, was wir denn zukünftig machen wollten. Konkretere Gedanken, wie denn unsere Gastronomie aussehen sollte und was wir anbieten wollten, haben wir uns dann rund anderhalb Jahre vor dem Start gemacht.

 

Diese Vorlaufzeit sollte man sich - vor allem, wenn man noch vollzeitbeschäftigt ist, - auch unbedingt nehmen. Schnellschüsse können später sehr langwieriege und finanziell schmerzhafte Folgen haben.
Tipp: Ausreichende Vorlaufzeit in der Konzeptphase!

 

Aber, wie fängt man an? Viele verstricken sich zu Beginn der Konzeptphase schon in Details. Das hängt sicher damit zusammen, dass man schon sehr klar vor Augen hat, wie der künftige Lade auszusehen hat oder was es zu essen geben wird. So steht bei manchen die Blumendeko oder, wie der Käsekuchen aussehen soll, bis ins Detail fest, während noch gar nicht so recht klar ist, welches welches grundsätzliche Gastro-Konzept man verfolgt. Soll es eher speise- oder getränkelastig sein? Mit Service oder in Selbstbedienung? Welche Zielgruppen möchte man erreichen? Fast Food oder eher Slow-Food?
Tipp: Vom Allgemeinen zum Speziellen!

 

Bei den allgemeinen Überlegungen lässt sich mancher gerne von Trends leiten, die aktuell angesagt sind. Konkret: Better-Burger-Lokale. Die boomen zurzeit wahnsinnig. Man bekommt fast den Eindruck, man dürfe gar nichts anderes mehr essen – so, wie es vor einigen Jahren bei Pizza noch der Fall war. Aber bis der „Normalo“ es als Trend erkennt, ist – alleine schon durch die lange Vorlaufzeit – der Zug abgefahren, bevor er sein Lokal eröffnet hat.
Tipp: Nicht auf einen Trend aufspringen!

 

Trends bringen also nur dann was, wenn man sie rechtzeitig erkennt. Derjenige, der den Better-Burger-Trend schon vor über fünf Jahren erkannt hat, ist heute der Star der Szene: mein Leaders Club-Kollege, Thomas Hirschberger, mit seinem „Hans im Glück“. Das ist einer der Pioniere der Szene.
Andere haben vor drei bis vier Jahren ihre Better-Burger-Konzepte entwickelt. Auch da war noch genug Platz in diesem rasant wachsenden Markt. Beispiele hierfür sind Patrick Winter mit seinem „Tofino“ in Essen oder Selim Virol von „What’s Beef“ aus Düsseldorf.


Die meisten derjenigen, die jetzt, wo der Better-Burger-Trend auf dem Höhepunkt angekommen ist, konzeptionell an eine solche Gastronomie denken, werden scheitern, weil der Markt bis zu deren Eröffnung weitgehend dicht ist.
Tipp: KEINEM Trend hinterher laufen, sondern sein eigenes Ding durchziehen!

Trends machen in der Gastro-Konzeptphase – so paradox es klingt – nur dann Sinn, wenn es noch gar keine richtig erkennbaren Trends sind. So lange ein Trend aber noch nicht recht bekannt ist, birgt er aber auch ein größeres Risiko, ob er denn finanziell später funktioniert. Je finanziell sicherer also ein Trend erscheinen mag, desto wahrscheinlicher ist es aber auch, dass es schon zu viele Konkurrenten am Markt gibt...

 

Wie sind wir vorgegangen?
Für uns stand als erstes etwas ganz Nebulöses fest: Wir wollten unseren Gästen den kleinen Urlaub vom / im Alltag ermöglichen. Nicht mehr und nicht weniger. Klingt seeehr allgemein, ist es aber eigentlich gar nicht. Denn wer das möchte, schließt für sich z.B. auf jeden Fall Selbstbedienung aus; denn das hat mit Urlaub nun gar nichts zu tun. Ebenfalls schließt es Fast Food aus, denn im Urlaub hat man eher Zeit und will sich bedienen lassen. Und nicht zuletzt sind auch Spezial-Gastronomien ausgeschlossen, wie die oben genannten Better-Burger-Buden, da ein solches Essen eben nicht alle anspricht und auch keine Urlaubsgefühle weckt. Das schafft Pizza bspw. deutlich eher.

 

Durch dieses Ausschlussverfahren konkretisierte sich das zuerst noch nebulöse Konzept zu UNSEREM Konzept, von dem der Firmenkundenberater unserer Sparkasse später sagen wird „Konzept Note 1 plus, Standort 5 minus“.

 

Aber dazu mehr in Teil 3...

 

Ralf Klümper, 01.02.2016

Die Insel

Maritimes Ganztagsrestaurant; ein kleiner Urlaub zwischendurch

"Und das wollen Sie aufgeben wofür???"  (Teil 1)

Die Insel

Rüttenscheider Straße 59
45130 Essen

www.insel-bistro.de

www.facebook.com/inselgruppe

info@insel-bistro.de

Den Anfang bei den Berichten über Start-Ups mache ich selbst. Mein Restaurant "Die Insel" in Essen-Rüttenscheid habe ich 2007 gemeinsam mit meiner Partnerin in der Geschäftsführung, Christiane Elger, gegründet. Also "aktuell" ist das ja eigentlich nicht, aber die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sind sicher auch für heutige Neugründungen interessant. Der folgende Satz stammt vom Firmenkundenberater meiner Sparkasse als er im ersten Gespräch Ende 2006 erfuhr, was ich vorher gemacht habe und nun vorhatte...

Ich war vor der Insel Vertriebsleiter für NRW in einem der größten deutschen Verlage, dem Deutschen Sparkassenverlag. Ein Job, bei dem man vielleicht nicht reich wird, aber bei dem man sicher nie finanzielle Sorgen haben musste. Ein Rätsel für einen "Bankbeamten" wie man einen solchen Job aufgeben kann...

 

Über sechs Jahre habe ich das mit meinem Vertriebsteam von Essen aus gemacht. Wir hatten nach drei bis vier Jahren ein schlagkräftiges Team aufgebaut, waren bei den Umsätzen immer die erfolgreichste oder zumindest zweiterfolgreichste Geschäftsstelle. Damit war meine Aufgabe, die mir mein damaliger Chef gestellt hatte, im Grunde erledigt. Hinzu kamen - wie immer in konzernähnlichen Unternehmen - Umstrukturierungen, die unserem Vertriebsteam das Arbeitern eher erschwerten. Kurzum: Die Luft war raus und ich war wieder auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

 

Da mir auch schon bei meinen vorherigen Unternehmen, bei denen ich gearbeitet hatte, immer auf den Geist ging, dass alles, was man über Jahre erfolgreich aufgebaut hatte, durch Umstrukturierungen mit dem Hintern wieder umgehauen wurde, war mir klar, dass ich endlich ein eigenes Unternehmen aufbauen wollte.

 

Selbständig ... aber als was? Ich hätte mir auch etwas im Eventbereich vorstellen können, weil ich das auch schon beim Sparkassenverlag erfolgreich gemacht hatte, aber das Problem bei dieser - wie bei vielen anderen Jobs in der Selbständigkeit - ist, dass man vom Kunden oft bzw. zum großen Teil sein Geld erst nach der Durchführung eines Events bzw. Projektes bekommt. Diese Time-Lags zwischenzufinanzieren ist aber ein großes Problem. Alle Gläubiger (Bank, Finanzamt, Krankenkasse, Vermieter, Versicherungen etc.) wollen immer sofort ihr Geld haben.

 

Es sollte also eine Branche sein, in der ich sofort mein Geld bekam. Leistung => Geld; und das direkt und unmittelbar. Es sollte ein ständiger Geldfluss auf der Einnahmenseite da sein, damit ich zumindest halbwegs ruhig schlafen konnte. Blieben nur noch die Branchen Einzelhandel und Gastronomie. Einzelhandel erschien mir zu langweilig, da er nur einen kleinen Ausschnitt des gesamten Wirtschaftskreislaufs beinhaltet: nämlich den Verkauf fertiger Waren. Etwas ähnliches hatte ich ja auch schon beim Sparkassenverlag gemacht. Reiner Handel schied also aus.

 

Blieb nur noch die Gastronomie. Faszinierend, dass quasi in einem Raum der komplette Wirtschaftskreislauf abgebildet wird: Idee (bzgl. Rezepturen, Konzept, Events), Produktion (Gestaltung des Ladenlokals, Fertigung der Waren, kochen, backen), Verkauf (Service), Marketing (Homepage, Facebook, Anzeigen, Plakate, Flyer, Gästezeitschrift), Personal etc. Umfangreicher sind die Voraussetzungen, um erfolgreich zu starten, sicher in keiner Branche.

 

Gleichzeitig gibt es in der Gastro-Branche keinerlei Voraussetzungen zur Eröffnung. Jeder darf, wenn er will und das nötige "Kleingeld" besitzt. Nirgendwo klaffen die Ansprüche des Staates sowie der Gäste und das Ansehen sowie der finanzielle Erfolg so weit auseinander, wie in der Gastronomie. Eine Branche, in der Pleiten nicht die Ausnahme, sondern eher schon die Regel sind. Verständlich, dass ein "Bankbeamter" da fragt: "Und das wollen Sie aufgeben wofür???"

 

Ja, wollte ich und habe ich. Wie die Monate bis zur Eröfnung verliefen, erfahrt ihr demnächst im zweiten Teil...

 

Ralf Klümper, 26.01.2016

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